Sie sind hier: Startseite » News/Presse

Interview: Stephan Greger, Ideenschmiede-Fuchstal

(c) Ideenschmiede-Fuchstal.de, Stephan Greger

(c) Stephan Greger, 2021
(c) Stephan Greger, 2021 www.ideenschmiede-fuchstal.de

Stephan, der kreative Kopf hinter PRINCESSIBLE MEETS LEGO hat sich gerne bereit erklärt, ein paar Fragen zu seiner LEGO-Leidenschaft zu beantworten - vielen Dank, lieber Stephan! Und Euch viel Freude beim Lesen!

Wie lange bist Du schon LEGO-Fan bzw. baust und konstruierst selber?

LEGO fasziniert mich schon seit meiner frühesten Kindheit. Meine ersten Erinnerungen daran sind, dass meine Tante mir ab und zu Baukästen (das waren sie ja damals wirklich noch) mitgebracht hat, wenn sie aus Berlin zu Besuch war.

Was gefällt Dir so an LEGO?

An LEGO fasziniert mich, dass ein Stein nicht einfach an sich etwas darstellt. Natürlich kann man LEGO auch in Sets kaufen. Immerhin gibt es ja unterschiedlichste Themen und Themengebiete, die mit fertigen LEGO-Packungen abgedeckt werden. Um damit aber wirklich frei spielen zu wollen, muss man seine Phantasie und seine Kreativität einsetzen; etwas entwerfen, strukturiert denken und auch mit seinen eigenen Händen etwas erschaffen.

An was tüftelst Du besonders gerne mit LEGO?

Eine gemeine Frage!!

Ich glaube, es gibt keine Herausforderung, die ich nicht reizvoll fände. Generell baue und entwerfe ich im Minifiguren-Maßstab. Einfach auch, weil ich diese kleinen bunten Figuren im Lauf der Zeit in mein Herz geschlossen habe und sie ein Modell - was auch immer es letztendlich darstellen soll - lebendig wirken lassen.

Aber auch alle anderen Maßstäbe haben ihren Reiz. Die Größenverhältnisse im Bezug zu den Steinen ändern sich dann. Auch ein absolut vorgefertigtes Teil, wie Blumen, Tiere oder technische Elemente, können ganz anders eingesetzt werden, bekommen womöglich einen neuen Sinn.

Woher holst Du Dir die Ideen bzw. Inspiration?

Ich denke, jeder von uns hat etwas, das ihn beschäftigt. Ganz egal, ob unterschwellig oder offen. Es kommt vor, dass ich, wenn ich in meine „Ideenschmiede“ gehe, noch gar nicht weiß, was mich im nächsten Moment erwartet. Vielleicht streift mein Blick ein besonderes Teil oder Set, das mich daran erinnert, dass ich das oder das schon seit längerer Zeit ausprobieren wollte.

Allerdings bin ich auch seit über fünf Jahren Mitglied in einem sehr aktiven LEGO-Verein, Bricking Bavaria e.V., bei dem es an Aufgaben nie mangelt. So wächst in einer kleinen Gruppe seit Jahren unser kleines Bayerisches Dorf in den 60er Jahren von Ausstellung zu Ausstellung immer weiter und hat inzwischen sogar schon komplette Tischreihenbreiten ausgefüllt.

Natürlich versuche ich aber auch, ständig über die neuesten Entwicklungen bezüglich neuer Steine, Farben, erhältlicher Sets und deren Zusammensetzung informiert zu sein.

Wie lange dauert es so im Durchschnitt vom Entwurf bis zum fertigen Teil mit Bauanleitung?

Das ist vollkommen unterschiedlich.

Kleine, einfache Anfertigungen können innerhalb eines Tages abgeschlossen sein. Mit steigendem Schwierigkeitsgrad dauert es natürlich unter Umständen schon auch mal etwas länger, bis einzelne Detaillösungen gefunden werden.

Hier ist LEGO Segen und Fluch in einem. Es gibt keinen richtigen oder falschen Weg. Nur den zu finden, der am besten zur gestellten Aufgabe passt, ist mitunter der schwierigste Teil am erstellen eigener Kreationen.

Die Dauer der Erstellung einer Bauanleitung hängt maßgeblich von der Anzahl der Teile und der nötigen Schritte im Bauplan ab.

Machst Du auch individuelle Konstruktionen für Privatleute?

Ja.

Auch hier interessiert mich, wie ich den speziellen Wunsch des Auftraggebers am passendsten umsetzen kann. Ganz egal, ob das ein besonders kompaktes und stabiles Spielzeug für einen Kindergeburtstag, eine detaillierte oder personifizierte Darstellung eines besonderen Lebensereignisses für eine Familienfeier oder der Nachbau eines Fahrzeugs oder Bauwerks ist, das der Person wichtig ist.

Ein kurzes Gespräch oder ein paar gezielte Fragen helfen mir dann meist, genauer zu erfassen, was und in welcher Ausführung und Größe meinen Auftraggeber glücklich machen könnte.

Und genau darum sollte es ja dabei auch gehen.

Für welche Anlässe bestellen Kunden bei Dir LEGO-Bauteile?

Bisher habe ich kleine und große Geschenke zu Geburtstagen, kleine Ergänzungen für besonders gestaltete Torten, verschiedene Dioramen zu Verlobungen und Hochzeiten und andere besondere Anlässe erstellt. Auch die Gestaltung ganzer Schaufenster habe ich schon übernommen.

Möglich und vorstellbar ist aber nahezu alles.

Möchtest Du uns Deine Lieblingsstücke zeigen und etwas dazu sagen?

Aber klar. Hm, ist gar nicht so einfach, sich da zu entscheiden, aber das sind sie:

ABBA-Konzert

ABBA-Konzert
ABBA-Konzert

Dieses MOC (MY Own Creation) mag ich ganz besonders, weil es sich ganz alleine von sich selbst heraus entwickelt hat:
 
Zuerst gab es in einem der LEGO-Stores Figurenteile, die mich spontan an frühere ABBA-Kostüme erinnert hatten. 
Zu Hause angekommen fand ich noch Gesichter und Frisuren, dass sich tatsächlich 4 Figuren ergaben, die den einzelnen Band-Mitgliedern ähnlich sahen.
Als ich dann nach einigen Versuchen noch Erfolg damit hatte, die Plateau-Schuhe der 70er Jahre zu immitieren, wollte ich einfach eine kleine Bühne bauen.
 
Die Mikrofone samt Ständer waren schnell zusammengesteckt.
Aber dann waren da ja noch die typischen zwei Klaviere von Benny und Björn. 
Also hab ich so lange herumprobiert, bis ich mit den Klavieren zufrieden war. Beim Probieren sind allerdings auch noch 2 Keyboards entstanden, die zu der Zeit im Kommen waren.
 
Dann braucht so eine Bühne natürlich auch ein Bühnenbild. Das sollte in die 70er/80er Jahre passen, ein wenig nach ABBA aussehen, den Schriftzug beinhalten und eine positive Stimmung verbreiten - wie eben die Musik auch.
 
Was aber ist eine Konzertbühne ohne die zugehörige Technik!? 
Also habe ich Lautsprecher und Beleuchtungselemente entworfen und diese dann an ein Gerüstsystem angebracht.
 
Als das dann endlich alles zusammengepasst hat und - in meinen Augen - so etwas wie eine Konzertstimmung vermittelt hat, ist mir aufgefallen, dass dieses Konzert ja von gar niemendem bejubelt wird.
Also, alles nochmal etwas größer und viel Platz geschaffen für das Publikum.
 
Endlich zufrieden, will ich alles gerade schön verstauen, als mir einfällt, dass ich ja ABBA nur aus Fernsehübertragungen kenne.
Woher kamen die eigentlich? Wie sahen die Kameras damals aus?
Erst als ich dann noch ein ganzes Kamerateam mit zugehöriger Ausrüstung auf der Bühne, im Gerüst und im Publikum verteilt hatte, war ich wirklich zufrieden.
 
Als ich dann nochmal an den Anfang denken musste, als ich im LEGO-Store die Figurenteile gefunden hatte, musste ich irgendwie schmunzeln.

Feuerwehr-Kutsche

Feuerwehr-Kutsche
Feuerwehr-Kutsche

Die Feuerwehr-Kutsche ist Teil meiner Feuerwehr-Sammlung und ist im Rahmen einer Lego- und Playmobil-Ausstellung bei unserem örtlichen Eisenwarenhändler entstanden. Allerdings liegt sie (und das zugehörige Foto) mir besonders am Herzen.
 
Zum einen wegen der Gebäude im Hintergrund, deren Fassaden an die Gründerzeit erinnern sollen und bewußt ein wenig, aber nicht zu sehr, verspielt gestaltet sind und eine städtisches Strassenbild um die Jahrhundertwende verkörpern sollen. Zum anderen stellt diese Kutsche derzeit mein "ältestes" Feuerwehr-Fahrzeug dar und war mit einigen Herausforderungen behaftet.
 
Rote Räder für Kutschen - und rot sollten sie definitiv sein - gab es mit Reifen nur in meiner Kindheit. Leider gibt es ansonsten nur noch reifenlose Räder in dieser Größe. Allerdings gab es früher von LEGO auch ein anderes (etwas klobigeres) System für die Radführungen. Abgesehen vom Beschaffungsproblem, wollte ich diese Aufhängungen natürlich trotzdem so verkleiden, dass man sie nicht sieht und die Kutsche an sich nicht zu groß und zu kastig wird, obwohl sie unbedingt lenkbare Vorderräder bekommen sollte.
 
Ich weiß nicht warum, aber gerade die alten Feuerwehrmänner haben's mir irgendwie angetan. Sie sind so viel freundlicher und einfacher, als die heutigen, von denen es inzwischen einen schier unendlich scheinende Anzahl an Variationen gibt. Von den alten gibt es nur zwei - abgesehen von der, historisch nicht ganz korrekten, Feuerwehrfrau auf der Kutsche. 
 
Glocke, Fuhrwerk, Tank für's Löschwasser, Schläuche - alles sollte etwas älter aussehen und war eine kleine Herausforderung für sich.
Aber die größte Herausforderung ist immer, dass man die Arbeit nicht sieht, die in diesen kleinen Gebilden steckt.
Ich finde es einfach nur schön, wenn man am Ende meint, alles sollte genau so sein.

Mofa

Mofa
Mofa

Als drittes Lieblingsfoto habe ich ganz bewußt dieses kleine Mofa ausgesucht, weil es eben so wenig materiellen Einsatz nötig hat.
LEGO muss nicht groß und pompös daherkommen. Auch ganz kleine Dinge können ihr ganz persönliches Herz eingehaucht bekommen, wenn man sich damit auseinandersetzt.
 
Für unser Bayerisches Dorf in den 60-er Jahren habe ich noch ein paar einfache Fahrzeuge gebraucht, die damals üblich waren.
Autos gab es noch nicht so viele wie heute, aber diese kleinen Fahrräder mit Hilfsmotor, wie sie eigentlich heißen. Mofas eben.
 
Die Schwierigkeit besteht darin, dass so ein LEGO-Fahrrad nur zwei Noppen hat, an denen man etwas befestigen kann.
Alles in allem stecken 2 Stunden Versuch und Irrtum in diesem kleinen Mofa, das aber, obwohl es in unserem Dorf nur ein kleines Assessoir dargestellt hat, doch einige aufmerksame Besucher zu Fragen an mich bewegt hat.
 
Wer also auffallen will, muss nicht unbedingt groß sein - bunt und anders reicht mitunter durchaus.
;-)

Hast Du eine Homepage bzw. Social Media? Wo erfahren Interessierte mehr über Dich und Deine Arbeit?

Ja, meine Homepage www.ideenschmiede-fuchstal.de ist gerade im Aufbau, Ihr erreicht mich aber auf jeden Fall auf meiner facebook-Seite und auf Pinterest! Dort seht Ihr noch viel mehr Bilder meiner Projekte und wer weiß? Vielleicht inspiriert Euch das ja, ein besonderes Projekt mit mir zu entwickeln - ich würde mich freuen!

VIELEN DANK...

... für Deine Zeit und ich freu mich auf die weitere Zusammenarbeit!